Macht Plastik krank?

Plastik ist nicht nur für die Umwelt ein großes Problem. Es ist auch für unsere Gesundheit gefährlich. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat das in Plastik enthaltene Bisphenol A als schädlicher eingestuft als bisher angenommen. Was bedeutet das für dich als Verbraucher*in? Und wie hoch ist das Risiko wirklich? Das erklären wir dir in diesem Artikel.

Was ist Bisphenol A (BPA)?

Vielleicht hast du die Abkürzung “BPA” bzw. “BPA frei” schonmal auf Produkten entdeckt. BPA steht für das komplizierte Wort Bisphenol A. Dahinter steckt eine Chemikalie, die zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat verwendet wird. BPA ist eine der häufigst verwendeten synthetischen Chemikalien. Es steckt beispielsweise in Plastikgeschirr, Konservendosen, aber auch in vielen Plastikschnullern für Kleinkinder. Verschiedene Studien zeigen, dass BPA mittlerweile in der Luft, im Meerwasser und sogar im menschlichen Blut zu finden ist.

Bisphenol A kann man sich als Substanz mit hormonähnlicher Wirkung vorstellen. Es hat eine östrogen-ähnliche Wirkung und verändert den Hormonhaushalt.

Grafik: PLASTIKATLAS I CC BY 4.0

Einige der möglichen gesundheitliche Folgen, die in Zusammenhang mit BPA gebracht werden, sind:

  • Impotenz
  • Unfruchtbarkeit
  • Diabetes
  • Brustkrebs
  • Störung in der Entwicklung von Kindern

Aber wieso sollten wir BPA überhaupt aufnehmen, wenn es solche gesundheitliche Schäden verursachen kann? Tatsächlich passiert das Ganze eher unfreiwillig. Wir können BPA über die Nahrung aufnehmen, wenn unsere Lebensmittel in Verpackungen, die BPA enthalten, eingepackt sind. Auch beim Erwärmen oder Erhitzen kann sich Bisphenol A aus Kunststoffen lösen und so in unsere Nahrung gelangen. Genauso kann beim Trinken aus der Plastikflasche BPA in den menschlichen Körper gelangen.

Wie sagt die europäische Lebensmittelbehörde zu BPA?

Bereits 2015 hatte die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) die tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) pro Tag reduziert – von 50 auf 4 Mikrogramm pro Kg Körpergewicht (4 Mikrogramm entsprechen 4000 Nanogramm).

In einem neuen Gutachtenentwurf von Dezember 2021 schlägt sie nun eine weitere (deutliche!) Senkung vor. Der Vorschlag sieht eine tolerierbare Aufnahmemenge von 0,04 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag vor (das ist eine Senkung um den Faktor 100.000).

Das zeigt, dass auch die EU-Behörde erkannt hat, dass BPA schädlicher ist als bisher vermutet.

Wo kann Bisphenol A drin sein?

Die gute Nachricht zuerst: Die Nutzung von Bisphenol A ist in Babyfläschen seit Mitte 2011 in der EU verboten. Auch in Kassenbons darf BPA EU-weit seit 2020 nicht mehr enthalten sein.

Trotzdem findet sich BPA leider immer noch in viel zu vielen Alltagsgegenständen:

  • in vielen Plastikverpackungen von Lebensmitteln
  • in vielen anderen Plastikverpackungen
  • in Plastikgeschirr und Trinkflaschen
  • in manchen Kunststoff-Zahnfüllungen
  • in Thermopapieren wie Kontoauszüge, Fahrkarten und Parkscheinen
  • in Schnullern (!): beim Kauf unbedingt darauf achten, dass „BPA frei“ oder „polycarbonatfrei“ auf der Verpackung steht
  • in Beschichtungen von Konservendosen
  • in CDs und DVDs

Tipps, wie du BPA aus deinem Alltag verbannen kannst

Andere Länder haben es bereits vorgemacht: In Japan ist BPA in Konserven verboten. Auch Frankreich wollte nicht länger auf ein EU-Verbot warten und führte 2015 ein nationales BPA-Verbot für alle Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, ein.

Gleichzeitig tut sich die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit einem Verbot immer noch schwer und auch in Deutschland passiert von seitens des Gesetzsgebers nichts. Während wir darauf warten, dass die Gesetzgebung etwas beschließt, müssen wir uns selbst schützen.

So weit wie möglich auf Plastik verzichten

Um sicher zu gehen, dass du nicht in Kontakt mit BPA kommst, solltest du Plastik soweit möglich aus deinem Alltag verbannen. Vor allem in der Küche, in der Plastik in Berührung mit deinen Lebensmitteln kommen kann.

Selbst, wenn kein BPA bei der Kunststoffproduktion verwendet wird: Oft werden Ersatzstoffe genutzt, bei denen nicht immer klar ist, wie schädlich sie sind. Durchschnittlich enthalten Plastikverpackungen rund 7% Weichmacher.

Hier sind einige Tipps, wie du Plastik aus deinem Alltag verbannen kannst

  • Kaufe deine Lebensmittel wann immer möglich ohne Plastikverpackung
  • Bewahre deine Lebensmittel nicht in Plastikbehältern oder Frischhaltefolie auf, sondern nutze besser Bienenwachstücher oder Keramikgefäße
  • Verwende Glasflaschen oder Trinkflaschen aus Edelstahl
  • Achte beim Kauf von Babyschnullern und Plastikbehältern auf die Aufschrift „BPA frei“
  • Fasse Kontoauszüge, Fahrkarten, Parkscheine, etc. so wenig wie möglich an
  • Erhitze deine Lebensmittel nicht in Kunststoffbehältern

Header photo by Teslariu Mihai

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